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Auf zu neuen Ufern: Bei Jobsuche die Branche wechseln

von 23/06/2020Beruf und Karriere, Eigenmarketing, Jobsuche

Lust auf Veränderung – Durch Wechsel der Branche neues erleben

Sie kennen das: Sie sind kein Berufsanfänger mehr – ganz im Gegenteil, Sie haben viel gesehen und Ihre Erfahrungen gemacht. Nach vielen Jahren im gleichen oder ähnlichen Job würde Sie aber gerne mal etwas neues kennenlernen.

Neue Arbeitsumgebung, neue Menschen, neue Themen, neue Herausforderungen. Das Verlangen, nach vielen Berufsjahren mal etwas Neues zu wagen und zu erleben treibt viele Berufserfahrene um. Was bietet sich da mehr an, im Rahmen eines Jobwechsels mal in neue Branchen zu schnuppern, was Neues zu lernen? Sie sind noch „jung und dynamisch“ (zumindest fühlen Sie sich so) und sind bereit für neue Taten.

Darüber hinaus gibt es natürlich noch viele andere Gründe die Branche zu wechseln:

  • geringes Gehaltsniveau der aktuellen Branchen
  • Image der aktuellen Branche ist nicht optimal und/oder die Werte sind für Sie nicht mehr vertretbar
  • Ihre Branche schwächelt und es gibt kaum Aussicht auf Besserung.
  • Ihre aktuelle Branche ist nicht zukunftsfähig und wird in naher Zukunft noch weiter an Bedeutung verlieren

Aber auf die anfängliche Motivation folgt häufig schließlich die Ernüchterung – Bewerbungen werden abgelehnt, das Vorhaben, neues kennenzulernen scheitert. Aber wieso? Und was können Sie tun und wie können Sie sich optimal vorbereiten, damit es doch klappt?

Branchenwechsel und seine Tücken

Unabhängig ob der Kontakt zum Unternehmen über einen Headhunteroder direkt mit dem Unternehmen besteht oder ob Sie sich initiativ über eine Stellenanzeigen oder “Vitamin B” bewerben – in jedem Fall gilt folgendes: Wenn ein Unternehmen einen neuen Mitarbeiter sucht, wird im Vorfeld ein Stellenprofil erstellt. D.h. das Unternehmen macht sich im Vorfeld Gedanken, wie der ideale Kandidat aussehen soll (Wunschkandidat).

Dazu gehört neben der fachlichen und persönlichen Eignung auch die Branchenerfahrung, d.h. man stellt sich die Frage, wo soll er herkommen, der/die neue Mitarbeiter*in?

Man möchte quasi den „gebackenen und fertigen“ Kandidaten einstellen, der nach einer kurzen Einarbeitungszeit direkt loslegen kann. Und man möchte nicht erst noch erklären müssen, wie die Branche tickt. Vielmehr erhofft man sich bei Einstellung eines neuen Mitarbeiters auch neue Kontakte innerhalb der Branche und entsprechendes Branchen-Know-how, um als Unternehmen selbst die Chance zu nutzen, neuen Schwung, Ideen sowie Impulse zu erhalten.

Beim Headhunter verschärft sich diese Anforderung an den idealen Kandidaten, schließlich zahlt man aus Unternehmenssicht Geld für die Suche nach dem oder der Besten, am Markt (und Branche) verfügbaren Kandidaten*in. Folglich sind Bewerber, die nicht aus der Branche kommen, für die man sucht, zunächst nicht immer die erste Wahl aus Sicht eines Headhunter (und Unternehmens).

Lösung: So klappt es mit dem Branchenwechsel

Bei allem Verständnis für die Ausgangslage bei einer Suche nach neuen Kandidaten durch Unternehmen oder Headhunter stellt sich nun doch die Frage, was Sie tun können, um dem entgegenzuwirken und dennoch die Branche zu wechseln?

Such nach Jobs ohne zwingende Branchenspezialisierung

Zunächst erleichtert es, wenn Sie bereits in einem Themenumfeld arbeiten, das keine Branchenspezialisierung voraussetzt. Bspw. im Bereich der IT sind Sie Systemadministrator. Hier spielt es nur eine untergeordnete Rolle, ob Sie die IT-Systeme eines Automobilzulieferes oder eines Maschinenbauers administrieren. Ähnliches gilt für Positionen im Finanzwesen, Personalwesen, Organisation, Marketing – also alles, was einen tendenziell mehr organisatorischen/administrativen Bezug hat als einen operativen. Ein Branchenwechsel ist bei diesen Fachbereichen mit weniger Hürden verbunden als bspw. im Vertrieb, Produktion, Entwicklung usw. wo es um sehr Branchenspezifische Produkte und entsprechendes Know-how geht.

Hier ein Beispiel aus dem Vertrieb: Sie haben sich über Jahre einen Kundensatmm in einer bestimmten Branchen aufgebaut. Sie leben von Ihrem Netzwerk und Ihrem Wissen um die Eigenheiten der Branche, in der Sie tätig sind. Sucht nun ein Unternehmen einen neuen Vertriesmitarbeiter, möchte man sich auch dessen Kontakte innerhalb der Branche zunutze machen (einkaufen).

Wechseln Sie nun die Branche, fangen Sie quasi von neuem an. Kein Netzwerk, keine Kunden, kein Bezug zur Branche. Das Handwerk der Verkaufs kennen Sie, aber letztlich müssten Sie sich in Produkte und Branche neu „einfuchsen“. Jetzt stellen Sie sich vor, Sie sind auch noch Vertriebsleiter – was nun?

Die Konsequenz ist gleichzeitig die Lösung zu diesem Problem: Letztlich müssten Sie erhebliche Einschnitte bei Verantwortung und Gehalt hinnehmen, um einen Branchenwechsel zu realisieren. Nun müssen Sie sich die Frage stellen: Wollen Sie das?

Gehen Sie also zunächst in sich und schauen Sie, welche Branchen ähnlich Anforderungen an Ihr Profil stellen und wo es weniger eine Rolle spielt, woher (aus welcher Branche) Sie kommen.

Netzwerk und persönliche Kontakte nutzen

Es ist wie sooft im Leben: Ein gutes Netzwerk hilft. Stellen Sie sich folgendes Szenario vor: Der Recruiter, Headhunter oder Fachverantwortliche liest Ihren Lebenslauf …. und lehnt Sie ab, weil Sie nicht die notwendigen Branchenkenntnisse mitbringen.

Und hier kommt Ihr Netzwerk zum Einsatz: All Ihre erworbenen Fähigkeiten und Kenntnisse, vor allem Ihre Persönlichkeit und Soft Skills, werden nur unzureichend in einem Lebenslauf dargestellt. Ihr Partner aus Ihrem Netzwerk kann dies aber beim Leser Ihres Lebenslaufs tun und Sie als “die richte Frau oder richtigen Mann” für den Job empfehlen – jenseits Ihres Lebenslaufs oder Ihnen zumindest ein Vorstellungsgespräch vermitteln. Überzeugen müssen Sie dann natürlich selbst…

Mit anderen Worten: Je stärker und größer Ihr Netzwerk ist, umso leichter wird Ihnen ein Branchenwechsel fallen. Fangen Sie also früh genug an, sich sowohl ein reales als auch ein virtuelles Netzwerk aufzubauen.

Sich zu verkaufen wissen

Sie müssen Ihren zukünftigen Arbeitgeber davon überzeugen, dass Sie – trotz fehlender Branchenerfahrung – der/die Richtige für den Job sind. Und wie es im Vertrieb üblich ist, konzentrieren Sie sich auf die Vorteile, nicht auf die Nachteile. D.h. Sie sollten sich nicht darauf konzentrieren, wieso Sie aus einer Branche weg wollen, sondern wieso Sie in eine neue Branche wechseln wollen.

Persönlichkeit herausstellen: Fehlende Erfahrungen kompensieren

Ihre Branchenkenntnisse fallen weg – also konzentrieren Sie sich auf Ihre fachliche und persönliche Qualifikationen, die für die angestrebte Branche relevant sind und begründen, wie Sie diese gewinnbringend einsetzen werden.

Und machen Sie nicht den Fehler, sich unter Wert zu verkaufen, nur um einen Branchenwechsel zu erzwingen. Sie haben eine berufliche Historie, verbunden mit viel Erfahrung…die Sie in jedem Fall als Mehrwert einbringen können.

Ziele formulieren: Klare Aussage darüber treffen, wieso Sie die Branche wechseln wollen

Die Frage wird kommen: Wieso wollen Sie die Branche wechseln? Und bevor Sie ins stottern kommen, sollten Sie sich gut auf diese Frage vorbereiten: Wieso wollen Sie denn die Branche wechseln?

Geht es um das Sammeln von neuen Erfahrungen? Oder wollen Sie sich fachlich weiterentwickeln? Haben Sie neue Ideen, die Sie nur in der neuen Zielbranche einsetzen können? Oder suchen Sie eine neue Herausforderung? Oder Sie erklären, was Ihnen in Ihrer aktuellen Branche fehlt und Sie dieses fehlende Stück nur in der neuen Branche finden werden. Oder ist es die Unternehmenskultur und Philosophie, die Sie kennenlernen möchten – bspw. vom Konzern zum Start-up? All das wird Ihre (positive) Motivation zusätzlich unterstreichen.

Motivation: Den Branchenwechsel als Chance sehen

Was motiviert Sie, die Branche zu wechseln? Besser als Sie selbst kann es niemand beantworten. Und was immer es ist, lassen Sie es Ihr Gegenüber wissen. Neben den schon eingangs erwähnten Argumenten für einen Branchenwechsel kommen noch folgenden, oft verwendete Argumente ins Spiel:

  • Neue Erfahrungen und Umfeld
  • Neue Perspektiven
  • Neue Herausforderungen inkl. damit verbundener (persönlicher und fachlicher) Weiterentwicklung

Darüber hinaus macht es durchaus Sinn, wenn Sie Ihre persönliche Begründung für einen Branchenwechsel (soft facts) mit wirtschaftlichen Motiven (hard facts) kombinieren.

Zusammenfassend

Wie können Sie also einen erfolgreichen Branchenwechsel vollziehen?

  • Versuchen Sie möglichst in einer ähnlichen Jobfunktion zu bleiben, um Ihre erworbenen Kenntnisse und Stärken einbringen zu können
  • Nutzen Sie Ihr Netzwerk, denn es kennt Sie persönlich und kann Empfehlungen aussprechen
  • Seien Sie beharrlich, ohne Ihr Netzwerk und Ansprechpartner zu überstrapazieren
  • Bauen Sie sich im Vorfeld eine Argumentationsstrategie auf (also überlegen, welche branchenspezifischen Qualifikationen man besitzt), um Ihr Gegenüber davon zu überzeugen, dass Sie trotz mangelnder Branchenkenntnisse dennoch die richtige Frau oder Mann für den Job sind
  • Seien Sie selbstbewusst und bereiten Sie sich argumentativ gut vor

Neue Chancen nutzen durch Branchenwechsel

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